Einleitung auf Ein Christlicher Leitfaden zur Spiritualität

Ein Christlicher Leitfaden zur Spiritualität, 20201014

Von Stephen W. Hiemstra

Die Spiritualität ist gelebter Glaube. Wenn wir beten, anbeten oder unsere Nachbarn erreichen, leben wir unseren Glauben aus. Unseren Glauben strukturieren unsere Spiritualität wie Haut, die sich über die Knochen unseres Körpers erstreckt. Diesen Glauben anfangen mit dem Glauben an Gott den Vater durch Jesus Christus, wie er durch den Heiligen Geist in der Schrift, in der Kirche und im täglichen Leben offenbart wird. Unsere Theologie ordnet unseren Glauben. Ohne eine kohärente Theologie verlieren wir unsere Identität in Raum und Zeit, ohne Karte oder Kompass, der uns auf unserem Weg führt. Am Ende konzentrieren wir auf uns selbst, nicht auf Gott.


Die christliche Spiritualität dementsprechend anfange bei Gott, nicht bei uns. Wie die Frau, die Jesus von einer Wirbelsäule Entstellung geheilt hat, kann unsere einzige Antwort darin bestehen, Gott mit Lobliedern zu verherrlichen (Lukas 13:13). Deshalb wird dauerhafte christliche Freude erlebt, nicht indem man Christus als Retter erkennt, sondern indem man Christus als Herrn erkennt. Spirituelle Disziplinen und Erfahrungen sind Teil dieser Spiritualität, aber sie stehen nicht unbedingt im Mittelpunkt (1 Kor 13:8).

Dieses Konzentrieren auf das, was Gott getan hat, beginnt in Vers eins der Genesis, in dem Gott die Himmel und die Erde erschafft. Was genau haben wir getan, daβ wir verdienen, geschaffen zu werden? Nichts. Tatsächlich unsere erste unabhängige Handlung war zu sündigen. Was genau haben wir getan, um Vergebung zu rechtfertigen? Nichts. Christus ist gestorben für unsere Sünden. Die einzig sinnvolle Antwort auf diese Gaben der Schöpfung und des Heils ist Lob.

Die Urkirche interpretierte und fasste Gottes Offenbarungen im biblischen Text und in den frühen Glaubensbekenntnissen zusammen. Die Katechismen wurden später entwickelt, um wichtige kirchliche Doktrinen zusammenzufassen. Der Heidelberger Katechismus, Luthers Katechismus und der katholische Katechismus konzentrieren sich auf drei wichtige Glaubensaussagen: das Glaubensbekenntnis des Apostels, das Beten des Herren, und die Zehn Gebote (Chan 2006, 108). Es überrascht nicht, daβ sich der Gottesdienste am Sonntagmorgen seit Jahrhunderten auf diese drei Glaubensaussagen konzentriert und oft auswendig gelernt und vertont wird. Der Heidelberger Katechismus zum Beispiel fördert den Fokus auf Anbetung und ist selbst in 52 Predigtthemen für den wöchentlichen Gebrauch unterteilt.

Die wichtigste spirituelle Disziplin im christlichen Glauben ist natürlich die Anbetung am Sonntagmorgen. Der Gottesdienst umfasst Gebet, Lesungen aus der Schrift, das gesprochene Wort, die Sakramente, Musik, Glaubensaussagen, und andere Ausdrucksformen der treuen Anbetung. In der Anbetung, verbindet Musik unser Herz und unseren Verstand.

Diese Anbetungserfahrung wird täglich durch persönliche Andachten sowie Andachten mit unseren Ehepartnern, Familien und anderen kleinen Gruppen gestärkt. Die Urkleinegruppe ist die Dreifaltigkeit—Vater, Sohn und Heiliger Geist—unsere Vorlage für eine gesunde Gemeinschaft. Und wenn wir unsere Spiritualität in die Arbeitswelt bringen, wird auch dies eine Gelegenheit zur Anbetung.

Die folgenden Seiten diskutieren die christliche Spiritualität im Kontext von täglichen Andachten. Jedes Thema wird mit einem biblischen Verweis, Reflexion, Gebet, und Diskussionsfragen behandelt. Falls zutreffend werden Referenzen für weitere Studien bereitgestellt. Die ersten vier Kapitalen (Einführung, das Glaubensbekenntnis des Apostels, das Beten des Herren, und die Zehn Gebote) umfassen vierzig Tagen und eignen sich daher als Fastenzeitstudium. Die gesamte Studie umfasst fünfzig Tage, die zu Ostern beginnen könnten und bis Pfingsten dauern.

Mein Gebet ist, daβ dieses Buch die Leser ermutigt, sowohl die christliche Spiritualität besser zu verstehen als auch ihren Weg mit dem Herrn zu pflegen. Es gibt keine solche Sache wie Qualitätszeit mit dem Herrn; es gibt nur Zeit. Der lebendige Gott spricht zu uns auf viele Arten, vor allem aber durch die Schrift, und erwartet, nachdem er einen Dialog initiiert hat, unsere Antwort (Thielicke 1962, 34).

Höre die Worte; Nehme die Schritte; Erlebe die Freude!

 

Einleitung auf Ein Christlicher Leitfaden zur Spiritualität

Verweise

Chan, Simon. 2006. Liturgical Theology: The Church as a Worshiping Community. Downers Grove, IL: IVP Academic.

Thielicke, Helmut. 1962. A Little Exercise for Young Theologians. Grand Rapids, MI: Eerdmans.

Siehe auch:

Preface to a Life in Tension

Andere Möglichkeiten, sich online zu engagieren:

Autoren Seite: http://www.StephenWHiemstra.net

Herausgeber Seite: http://www.T2Pneuma.com

Mitteilungsblatt: https://bit.ly/Plow_2020

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