Unser Himmlischer Vater

Ein Christlicher Leitfaden zur Spiritualität, 20201014

Von Stephen W. Hiemstra

 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; 

denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. 

Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. 

Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. 

Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel!  (Matt 6:7-9)

Der erste Satz im Gebet des Herr lautet: “Unser Vater.” Wir kommen vor Gott als Gemeinschaft unter einem souveränen Gott. Zu Ansprechen von Gott als Vater konzentriert sich erstweilig auf Gottes Souveränität, nicht auf Gottes Geschlecht. Gott ist ein gütiger Souverän, der eine Beziehungsintimität mit seinen Kindern wünscht. Er ist kein Kumpelgott oder bedürftiger Gott, der manipuliert werden kann. Vielmehr sind wir beim täglichen Brot auf Gott angewiesen—nicht umgekehrt.

Für menschliche Väter, die keine guten Vorbilder sind, erinnert uns die Schrift daran, dass Gott ein Vater für die Vaterlosen ist (Ps 68:5). Die Schrift ist hier nicht nur eine Phrase drehen.  Eine Folge der Sklaverei in Ägypten und später in Babylon war die Illegitimität, die viele jüdische Kinder davon abhielt, jemals ihre Väter zu treffen. Das Wort Waise wird in über fünfzig Versen in der Schrift verwendet—elf Mal allein im Buch Deuteronomium. Jesus selbst versichert uns: “Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.” (John 14:18) Die Liebe unseres himmlischen Vaters zu uns, seinen Kindern, inspiriert unsere menschlichen Väter, nicht umgekehrt.

 Die christlicher Spiritualität hat einen gemeinschaftlichen Charakter—Es ist nicht meine Spiritualität; Es ist unsere Spiritualität. In der Taufe zum Beispiel werden wir Gott und der Kirche vorgestellt. Im Abendmahl erinnern wir unsere Taufe und feiern unser Bundesbeziehung mit Gott und miteinander. Wir können die Einsamkeit mit Gott genießen und gleichzeitig die entscheidende Rolle erkennen, die unsere Glaubensgemeinschaft bei der Gestaltung unserer Beziehung zu Gott spielt. Im Gegenzug kennen wir Gott besser, wenn wir uns lieben.

Der gemeinschaftliche Aspekt der Intimität Gottes impliziert, dass sich unsere Spiritualität nicht nur auf warme, verschwommene Gefühle konzentriert. Unsere ist keine Konsumspiritualität. Großartige Panoramen, großartige Musik, großartige Poesie, großartige Architektur und großartige intellektuelle Errungenschaften weisen alle auf Gott hin, aber unsere Spiritualität ist von Natur aus relational. Es ist am wahrscheinlichsten, dass wir Gottes Gesicht in den Gesichtern unserer Mitmenschen sehen.

Jesu Geschichten und Gleichnisse bringen diesen Punkt nach Hause:

Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe. (Matt 5:23-24)

Unsere spirituelle Identität ist in einem souveränen Gott und in richtigen Beziehungen zu seinem Volk. Die beiden sind unerklärlich miteinander verbunden.

Die Trinitätslehre bekräftigt diesen Punkt. Jedes Gespräch ist dreifach. Es ist immer du, ich, und Gott. Gott liegt über uns, zwischen uns, und in uns. In Gottes Transzendenz ist Gott allmächtig und kontrolliert alle Dinge. In der Inkarnation Jesu Christi teilt Gott unseren Schmerz und gibt uns ein Vorbild. In der Gegenwart des Heiligen Geistes tröstet und führt Gott uns. Wir sind in Beziehung zu Gott in drei Personen. Unsere Identität ist in Bezug auf jede dieser drei Personen der Dreifaltigkeit einzigartig und unabhängig definiert (Miner 2007, 112).

Aber, warum ist das Gebet des Herr an den Himmel gerichtet? Die offensichtliche Antwort ist, dass der Himmel Gottes Heimatadresse ist. Eine andere offensichtliche Antwort ist, dass der Himmel klarstellt, von welchem ​​Vater wir sprechen! 

Beachte, dass sich fast alle Bitten im Gebet des Herr auf Gott und nicht auf uns konzentrieren. Hören wir auf Gottes Stimme? Nähern wir uns unserem souveränen Gott in angemessener Demut?

Unser Himmlischer Vater

Siehe auch:

Einleitung auf Ein Christlicher Leitfaden zur Spiritualität 

Andere Möglichkeiten, sich online zu engagieren:

Autoren Seite: http://www.StephenWHiemstra.net

Herausgeber Seite: http://www.T2Pneuma.com

Mitteilungsblatt: http://bit.ly/HailMary21

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