Mache Keine Bildnisse (Zweites Gebot)

Ein Christlicher Leitfaden zur Spiritualität, 20201014

Von Stephen W. Hiemstra

Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. (Exod 20:4-6; Deut 5:8-10))

Hast du jemals bis zum zweiten Anruf Ihrer Mutter gewartet (als ob ihre Absicht unklar wäre), bevor du geantwortet hast? Warum? Wiederholung bedeutet Betonung. In der hebräischen Dichtung sehen wir eine besondere Art der Wiederholung, bei der der erste und der zweite Satz dasselbe sagen, nur in unterschiedlichen Worten.

Ein gutes Beispiel für ein hebräisches Dublett findet sich in Psalm 115, wo wir lesen:

Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will. Ihre Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. Sie haben einen Mund und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht. (Ps 115:3-5)

Der Vergleich ist zwischen Gott, der lebt (lebt im Himmel; tut, was er will) und Götzen, die nicht leben (von Menschen aus Metall gemacht; haben stumme Münder und nutzlose Augen).

Das Problem der Götzenanbetung liegt tief in der menschlichen Psyche. Ein Idol ist alles, was wir für wichtiger halten als Gott. Und wir haben viele solcher Dinge—Familienmitglieder, Freunde, Arbeit, Schule, politische Führer, Popstars, Sporthelden, Philosophien, Bankkonten, Versicherungspolicen, Krankenversicherungen—die Liste ist endlos.

Louie Giglio (2003, 113), ein christlicher Musiker, sagt, wenn du eine Liste der Idole in deinem Leben habe möchten, frage du, wo du deiner Geld, deiner Zeit, deine Energie und deine Loyalität ausgebe. Examine deine Prioritäten und du wirst die Idole finden, die deinen Glauben, deine geistige Gesundheit und vielleicht deiner Leben bedrohen.

Das zweite Gebot handelt nicht von Gottes Eitelkeit. Wenn wir auf Idole vertrauen, stellen wir uns auf einen harten Fall ein. Alle Idole brechen irgendwann und wenn sie es tun, brechen wir mit ihnen. Das Ergebnis unserer Zerbrochenheit führt oft zu Depressionen, Sucht, oder Selbstmord; kollektiv führt es zu Unterdrückung, Ungerechtigkeit, und Krieg.

Die Besessenheit in unserer Gesellschaft von Arbeit und “Alles zu haben“ führt uns zum Beispiel dazu, unsere eigene Gesundheit zu missbrauchen und jeden, der nicht arbeitet, zu unterbewerten. Anstatt die Zeit mit unserer Familie zu schätzen, weigern wir uns, unseren Urlaub zu nutzen, und kehren zur Arbeit zurück, noch bevor wir müssen. Anstatt uns zu entspannen oder zu trainieren, wenn wir nicht arbeiten, bringen wir Arbeit mit nach Hause und treffen eine schlechte Auswahl beim Essen. Anstatt unsere Jugendlichen und Senioren als nach dem Bilde Gottes geschaffen zu sehen, sehen wir sie als “Abhängige“, die nicht arbeiten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie Selbstbildprobleme und Depressionen oder Schlimmeres entwickeln.

Ein Ersatz für die Rolle des lebendigen Gottes in unserem Leben sind schwache Nachahmungen.

Siehe auch:

Einleitung auf Ein Christlicher Leitfaden zur Spiritualität 

Andere Möglichkeiten, sich online zu engagieren:

Autoren Seite: http://www.StephenWHiemstra.net

Herausgeber Seite: http://www.T2Pneuma.com

Mitteilungsblatt:  http://bit.ly/Bug_Begone

 

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