Warum ist Arbeit eine spirituelle Disziplin?

Ein Christlicher Leitfaden zur Spiritualität, 20201014

Vor Stephen W. Hiemstra

Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen,

 denn ihr wisst, dass ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. 

Dient dem Herrn Christus! (Col 3:23-24)

Die Schwere der götzendienerischen Sünde ist offensichtlich. Wenn unsere Loyalität, Zeit, Energie und unser Geld auf das hinweisen, was wir wirklich verehren (Giglio 2003, 113), dann muss das Herz der götzendienerischen Aktivität unsere Arbeit sein—innerhalb oder außerhalb der Kirche; innerhalb oder außerhalb des Hauses. Arbeit ist oft auch eine Quelle von Stress, Furcht, und Angst.

Jesus versteht. An einer Stelle präsentierte er ein Wortbild von Lilien und Königen. Dann riet er:  “Fragt nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und macht euch keine Unruhe … Trachtet vielmehr nach seinem Reich, so wird euch dies zufallen.”  (Luke 12:29-31) Mit anderen Worten, Arbeit ist wichtig; das Reich Gottes ist wichtiger.

Die Arbeit, wie die von Gott bestimmt ist, ist mit Würde ausgestattet. Die Bibel beginnt damit, dass Gott wirkt—er erschafft (Welchel 2012, 7). Gottes einziger Sohn verrichtete Handarbeit! Wenn Christus als Zimmermann zuerst mit seinen Händen gearbeitet hat, dann hat auch die Arbeit mit unseren Händen Ehre. Die meisten Jünger arbeiteten als Fischer—glaube, dass sie nach Lilien riechend nach Hause kamen? Eine der radikalsten Taten Jesu war der Tischdienst—er aß und trank mit Leuten, die für ihren Lebensunterhalt arbeiteten (Matt 11:19).

Die Einstellung des Apostels Paulus zur Arbeit ist in zweierlei Hinsicht bedeutsam. Erstens ist unsere Arbeit für menschliche Vorgesetzte auch Arbeit für Gott! (Col 3:23–24). Zweitens sind viele der Menschen, mit denen wir arbeiten und für die wir arbeiten, Brüder und Schwestern—eine Familie—in Christus. Wie kann jemand die Familie missachten? (Phlm 1:16). Unmöglich! Undenkbar!

Einer der wichtigsten spirituellen Schriftsteller der Kirche war ein behinderter Veteran, der in einer Küche arbeitete. Er schreibte kaum nichts. Aber er festgelegte seine Arbeit tags auf Gott im Gebet. Bruder Lawrence (1982, 23)⁠1 schrieb: “Wir sollten ihm unsere Arbeit anbieten, bevor wir beginnen, und ihm danach für das Vorrecht danken, es um seinetwillen getan zu haben.“ Er befolgte einfach Pauls Rat: “Betet ohne Unterlass.” (1 Thess 5:17) Und die spirituellen Giganten seiner Zeit schlugen einen Weg zu seiner Tür.

Ein Maß für das abgöttische Potenzial der Arbeit ist die Frage nach der Identität. Wenn du einen neuen Nachbarn oder jemanden auf einer Fete kennen lernst, wie stellt deiner Ehepartner du vor? Ist es an deiner ehelichen Beziehung, an deiner Lieblingssportmannschaft, oder an deinem Beruf?

Was gibt’s?

Fußnoten

1 “We should offer our work to Him before we begin and thank Him afterwards for the privilege of having done it for His sake.”

Warum ist Arbeit eine spirituelle Disziplin?

Siehe auch:

Einleitung auf Ein Christlicher Leitfaden zur Spiritualität 

Andere Möglichkeiten, sich online zu engagieren:

Autoren Seite: http://www.StephenWHiemstra.net

Herausgeber Seite: http://www.T2Pneuma.com

Mitteilungsblatt:  https://bit.ly/Joy_2021

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